Category: Gebiete

Frühe Adonislibelle eröffnet Leipziger Libellensaison 2016

Nachdem für dieses Jahr bisher 13 Libellenarten in Deutschland gemeldet wurden (http://www.libellenwissen.de/libellenblog), konnte nun auch in Leipzig die erste nicht-überwinternde Libellenart beobachtet werden. Heute gelang die Sichtung einer Frühen Adonislibelle (Pyrrhosoma nymphula) im Südlichen Auenwald von Leipzig. Der deutsche Name bezieht sich auf das zeitige Erscheinen sowie die rot-schwarze Färbung der Libelle, die der von rotblühenden Adonisröschen ähnelt. Die Frühe Adonislibelle ist neben der Scharlachlibelle (Ceriagrion tenellum) die einzige rotgefärbte Kleinlibellenart in Mitteleuropa. Gerd Gingko danke ich für das schöne Foto des Fundes!

Pyrrhosoma nymphula im Südlichen Auenwald von Leipzig (24.04.2016). © Gerd Gingko

Pyrrhosoma nymphula im Südlichen Auenwald von Leipzig (24.04.2016). © Gerd Gingko

Gemeine Keiljungfer wird wieder “gemein”

Die Gemeine Keiljungfer (Gomphus vulgatissimus) macht ihrem Namen wieder alle Ehre. Sie ist an manchen Fließgewässern der Stadt wieder sprichwörtlich “gemein”, also sehr häufig. An der Pleiße bei Connewitz konnten während der vergangenen Tage mehrere hundert Exuvien der Art gefunden werden. Dort fliegen die erwachsenen Tiere auch zahlreich. Sie sind an den Flüssen der Stadt die häufigste Großlibellenart. Das Foto zeigt ein Männchen, welches ein Revier am Flussufer besetzt hat, es gegen andere Männchen verteidigt und auf vorbeifliegende Weibchen wartet.

Verschollene Kleine Zangenlibelle nach 105 Jahren in Leipzig wiederentdeckt

Leipzig ist seit heute um eine Libellenart reicher! Ich konnte heute mittag an der Pleiße nahe dem Wildpark Connewitz eine schüpfende Kleine Zangenlibelle (Onychogomphus forcipatus) finden und fotografieren. Das Männchen hatte bereits die Exuvie verlassen und hing knapp über der Wasserlinie, später breitete sie die Flügel aus und flog nach dem Fotografieren in die Baumwipfel davon. Die Exuvie befand sich überwiegend im Wasser, nur der Kopf schaute heraus. Ohne das schlüpfende Tier hätte ich sie nicht gefunden. Die Exuvie wurde als Beleg gesammelt. Der Fund ist sensationell, da er in neuerer Zeit erst der zweite Fund der Art in Sachsen ist. Allerdings ist die Art nicht gänzlich neu für Leipzig. Aus den Jahren 1908 und 1910 liegen bereits Funde von Hänichen bei Lützschena vor. Somit gelang der Wiederfund nach 105 Jahren. Eigenartig ist das Habitat, die Pleiße fliesst hier sehr träge und still dahin, Kiesbänke oder flach überströmte Bereiche sind nicht vorhanden. Es entspricht damit nicht den üblichen beschriebenen Lebensräumen. Eine Anregung für weitere Suche an ähnlichen Gewässern! Der Fund wird auf alle Fälle publiziert.

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