Author: Jens Kipping

Gemeine Keiljungfer wird wieder “gemein”

Die Gemeine Keiljungfer (Gomphus vulgatissimus) macht ihrem Namen wieder alle Ehre. Sie ist an manchen Fließgewässern der Stadt wieder sprichwörtlich “gemein”, also sehr häufig. An der Pleiße bei Connewitz konnten während der vergangenen Tage mehrere hundert Exuvien der Art gefunden werden. Dort fliegen die erwachsenen Tiere auch zahlreich. Sie sind an den Flüssen der Stadt die häufigste Großlibellenart. Das Foto zeigt ein Männchen, welches ein Revier am Flussufer besetzt hat, es gegen andere Männchen verteidigt und auf vorbeifliegende Weibchen wartet.

Verschollene Kleine Zangenlibelle nach 105 Jahren in Leipzig wiederentdeckt

Leipzig ist seit heute um eine Libellenart reicher! Ich konnte heute mittag an der Pleiße nahe dem Wildpark Connewitz eine schüpfende Kleine Zangenlibelle (Onychogomphus forcipatus) finden und fotografieren. Das Männchen hatte bereits die Exuvie verlassen und hing knapp über der Wasserlinie, später breitete sie die Flügel aus und flog nach dem Fotografieren in die Baumwipfel davon. Die Exuvie befand sich überwiegend im Wasser, nur der Kopf schaute heraus. Ohne das schlüpfende Tier hätte ich sie nicht gefunden. Die Exuvie wurde als Beleg gesammelt. Der Fund ist sensationell, da er in neuerer Zeit erst der zweite Fund der Art in Sachsen ist. Allerdings ist die Art nicht gänzlich neu für Leipzig. Aus den Jahren 1908 und 1910 liegen bereits Funde von Hänichen bei Lützschena vor. Somit gelang der Wiederfund nach 105 Jahren. Eigenartig ist das Habitat, die Pleiße fliesst hier sehr träge und still dahin, Kiesbänke oder flach überströmte Bereiche sind nicht vorhanden. Es entspricht damit nicht den üblichen beschriebenen Lebensräumen. Eine Anregung für weitere Suche an ähnlichen Gewässern! Der Fund wird auf alle Fälle publiziert.

Auwaldtier 2014 fliegt auch wieder im aktuellen Jahr

Seit vergangener Woche, 27. Mai begann an der Leipziger Pleiße der Schlupf der Grünen Flussjungfer (Ophiogomphus cecilia). Die Art war ja im vergangenen Jahr zum Auwaldtier 2014 gewählt worden. Der Schlupf zieht sich üblicherweise über mehrere Wochen hin. Jetzt ist eine gute Gelegenheit die Exuvien an den Flussufern zu finden. Im Gegensatz zu anderen Flussjungfern tragen die Exuvien deutliche Rückendornen auf der Oberseite. Damit sind sie gut von denen der Gemeinen Keiljungfer zu unterscheiden, denen solche Dornen fehlen. Die Gemeine Keiljungfer hat ihre Schlupfphase bereits abgeschlossen. Das Bild zeigt ein schlüpfendes Männchen der Grünen Flussjungfer an der Brücke der Koburger Straße über die Pleiße.

34. GdO-Tagung in Braunschweig

Die 34. Jahrestagung des GdO wird vom 20.-22. März 2015 in Braunschweig stattfinden.  Es soll ein Wiedersehen der GdO mit Braunschweig nach 25 Jahren werden: 1990 fand die 10. Jahrestagung der GdO an der Technischen Universität Braunschweig statt, damals unter dem Eindruck politischer Umwälzungen und zum ersten Mal mit vielen ostdeutschen Kollegen.

Weitere Informationen zur Tagung finden sich unter:

http://www.libellula.org/de/odonatologen-tagungen.php

bzw. unter

http://edu3.zfw.etc.tu-bs.de/gdo2015/

Von uns nehmen Nicolas Jäger und Jens Kipping an der Tagung teil.

Gleich am Freitagabend ab 19.30 Uhr hält Jens Kipping einen Abendvortrag mit dem Titel “The Big Five – die Wiederentdeckung der fünf rätselhaftesten Libellen Sambias”, welcher u.a. einige Ergebnisse seiner letzten Libellenexkursion im November 2014 vorstellt.

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